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Die Instagram-Fassade

Hi du! Heute möchte ich mit dir über die glitzernde, funkelnde und magische Welt von Instagram und Co. reden. Wie toll die ganzen Leben sind, die wir tagtäglich präsentiert bekommen und die wir mit Neid und Fernweh anhecheln.

Wenn du dir unseren Instagram Account anschaust, was siehst du dann? Stilisierte Bilder, mit Filtern, und Personen, sowie Gegenstände, perfekt in Szene gesetzt. Wenn du dann weiter durch Instagram scrollst, erblickst du noch viel besser bearbeitete Bilder, noch schöner aussehende Orte, noch leckereres Essen… die Liste ist endlos.
Gleichzeitig bewirbt jeder sein Leben und seine Fotos als „natürlich“, „filterlos“ und „absolut ehrlich“. Aber kann das wirklich sein?

Jeden Morgen Sonnenschein, Kaffee und perfekte Haare

Wir sagen: Nein. Denn: Auch wir haben am Anfang gesagt „Wir sind ehrlich! Keine Schönmalerei, keine Lügen. Wir wollen authentisch sein.“ Aber auch wir haben schnell die Macht der Fotobearbeitung endeckt und nur noch verfälschte Fotos hochgeladen. Denn das gibt bessere Klicks, mehr Follower, und letztenendes (irgendwann, mit einem Werbepartner) mehr Geld. Eine traurige Tatsache, die wir feststellen mussten. Denn wir wollen, auch nach dieser Offenbarung, ehrlich sein und gleichzeitig Geld verdienen. Aber geht das heute überhaupt noch? Wir werden es herausfinden!

Worauf ich aber eigentlich zu sprechen kommen wollte ist das, was unsere, und die Bilder der anderen, mit euch, unseren Followern, machen. Mittlerweile weiß man um die Bedrohung der Scheinwelten auf die mentale Gesundheit der Nutzer. Wie oft hast du bei einem tollen Strandfoto gedacht „Urlaub wäre jetzt toll!“? Wahrscheinlich häufiger als du zugeben magst. Und auch wenn es sich akut nicht anfühlt, als ob es einen beeinflusst, tut es das auf Dauer dann eben doch irgendwo.

Karim und ich, die nun ein Leben führen, welches viele als „Arbeiten da, wo andere Urlaub machen“ bezeichnen, wollten dir aber zeigen, dass wir vielleicht doch nicht das Leben führen, welches du unbedingt leben möchtest.

Unser Leben ist eine Lüge

Wir haben uns für das digitale Nomaden Leben entschieden, weil es zu uns passt. Ich denke schon seit Jahren über eine immer kleiner werdende Wohnung nach, Tiny Homes, Leben im Wohnwagen, auf einem Hof irgendwo weit weg von der Stadt. Ich war unzufrieden mit dem Leben, welches mir „vorgeschrieben“ wurde. Ich wollte nie die Dinge so, wie anscheinend alle anderen sie machten, sondern dann, wenn ich bereit dazu war.

Unser Leben ist kein „Arbeiten da, wo andere Urlaub machen.“ Es ist ganz trocken: „Arbeiten da, wo wir leben.“ Und klar, kann man sich vielleicht sein Lieblingswetter aussuchen und immer der Sonne hinterher fliegen. Aber man arbeitet währenddessen immer noch. Und es ist mindestens genauso belastend wie es vorher war. Und man hat die gleichen Probleme wie vorher, ob in der Beziehung, mit den Ämtern, im Job, oder, oder. Nur das Wetter ist mal besser (oder auch mal schlechter) und die Orte vielleicht interessanter.

Deswegen habe ich mich für das DiNo Leben entschieden. Ich möchte Menschen und Kulturen kennenlernen, ich möchte daran arbeiten woran ich Spaß habe, ich möchte an Dingen arbeiten die mich nicht krank machen und ich möchte neue Dinge kennenlernen.
Wie hätte ich das, mit einem Haus in der Nähe von Köln, einer Arbeit die ich nur zum Teil wirklich liebe und Kind(ern) mit 22 Jahren, alles haben können? Vielleicht hätte ich einen Ehepartner gehabt, der Vollzeit arbeitet und mir viel abnimmt, so dass ich Zeit dafür gefunden hätte mal für kurze Zeit irgendwo hin zu reisen. Vielleicht wären wir auch zusammen gereist. Aber dann hätten wir das Haus gehabt, welches wir immernoch hätten abzahlen müssen, die Arbeit, die wir nicht wechseln oder verlieren wollen… Für mich ist das nichts.

Karim sitzt an einer Mauerwand am Kölner Rheinufer. Er hält seinen Laptop in der Hand und posiert sitzend für dieses Foto.
An diesem Tag war es eisig-kalt in Köln. Das WLAN war miserabel am Rheinufer. Wir hatten ziemlichen Hunger und waren deshalb mies drauf.

Leben und leben lassen

Aber ich kenne so viele Menschen, die darin ein erfülltes Leben sehen, ganz einfach andere Prioritäten haben. Und das ist verdammt nochmal Ok! Wenn du mit 20 Jahren schon weißt, dass du bald die Liebe deines Lebens heiraten wirst, ihr ein Haus kauft oder baut, Kinder bekommt und du 40 Jahre deines Lebens für die Rente sparst, damit deine Kinder es irgendwann gut haben: Dann mach das! Das ist dein Weg und lass dir nicht von uns oder irgendwelchen Menschen auf Instagram was anderes sagen.

Aber wenn du merkst, dass die etwas fehlt, du gerne dein Leben anders gestalten willst: Dann tu‘ das, verdammt nochmal! Lass dir nicht sagen, dass du so leben musst wie deine Eltern, Nachbarn und Freunde. Auch alternative Lebenspläne können Hochzeit, Haus und Kinder bedeuten. Und alternative Lebenspläne können auch Sicherheit bieten. Trau‘ dich etwas, und werde glücklich.

Denn um nichts anderes geht es: dass du glücklich bist. Und deswegen hör‘ tief in dich und frage dich mal wirklich, was du in deinem Leben willst. Willst du Urlaub auf Mallorca, oder ist das ein Schrei nach Ausbruch aus dem normativen, deutschen Leben? Willst du auf einem Hof in Bayern leben, oder ist das ein Zeichen dafür, dass dein Inneres nach Freiheit und Natur ruft?

Dein Leben ist perfekt so wie es ist. Und nur du selbst entscheidest, was dir fehlt. Niemand anderes.

 

Hab ein schönes Leben! Und genieße es aus voller Leidenschaft!

 

Veröffentlicht in Mental Health

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